Individualpsychologie und Gerontologie
Gerontopsychologie befasst sich mit den Grundlagen der psychologischen Betreuung und Behandlung älterer Menschen mit deren spezifischen physischen, psychischen und sozialen Bedingungen. Ziel ist dabei, ein grundlegendes Verständnis für deren besondere körperliche, emotionale und soziale Probleme, ihre gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen, ihre altersspezifischen Bedürfnisse und Wünsche, aber auch ihre Kapazitäten und Ressourcen zu gewinnen.[12]
Die Gerontologie liefert zentrale Erkenntnisse über den Prozess des Alterns, die Individualpsychologie mit ihrem Persönlichkeits- und Sozialwissen führt näher heran an die psychologischen Seiten dieses Prozesses. Dadurch werden Verhaltensmuster, Entwicklungen und dem Alter geschuldete Veränderungen begreiflich. Dem alternden Menschen zu einer guten Lebensqualität zu verhelfen, sein Streben nach Eigenständigkeit zu stützen und sein Bedürfnis auch im Alter einen Beitrag zu leisten an die Gesellschaft ist das Ziel einer modernen Altersarbeit.
Gerontologie erkennt und erklärt den Verlust von Autonomie und Kontrolle im Verlauf des Alterungsprozesses und die Individualpsychologie hilft, eine ermutigende Haltung einzunehmen, dank der sich Verluste besser annehmen lassen.
Das Erleben und die Bewertung der eigenen Lebenssituation ist für die meisten (alten) Menschen entscheidend für ihr Verhalten und ihr Wohlbefinden und darum verdient es besondere Aufmerksamkeit.
Der Umgang mit dem Alter und älteren Menschen will gelernt sein. Dabei helfen die Differenzierungen der Gerontologie und die Auseinandersetzung mit zwei Kernkonzepten der Individualpsychologie:
- Die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gemeinschaft und
- Das Prinzip der Ermutigung.

