Alfred Adler
1870 wird Alfred Adler als Sohn eines Getreidehändlers in Wien geboren. Als zweites von sechs Kindern wuchs er in einem Vorort von Wien auf. Er war zunächst ein kränkelndes Kind und im Alter von fünf Jahren erkrankte er an einer schweren Lungenentzündung. Diese Krankheit, beeinflusste sein späteres Berufsleben massiv, denn in der Zeit als er krank war, entschied er sich dafür, später den Beruf des Arztes zu erlernen mit dem Ziel den Tod zu überwinden.
Adler studiert in Wien Medizin und heiratet Raissa Timofejewna, mit der er vier Kinder hat. Zunächst arbeitet er als Augen- und Allgemeinarzt, später spezialisiert er sich in Neurologie und Psychiatrie. 1899 begegnet er Siegmund Freud bei einem Vortrag im Wiener Ärzteverein. 1902 lädt Freud ihn ein, sich einem Kreis von Kollegen anzuschließen. In den Jahren 1902 bis 1911 nahm Adler aktiv an den Zusammenkünften der von Freud ins Leben gerufenen Psychologischen Mittwochsgesellschaft teil. Im Laufe der gemeinsamen Arbeit entwickelte Adler jedoch schon bald eine von der Psychoanalyse abweichende, eigenständige Lehre. Er sah den Menschen nicht von Trieben bestimmt, sondern als freies Wesen, das die kulturellen Aufgaben lösen muss, die ihm das Leben stellt. 1911 kam es zu inhaltlichen Auseinandersetzungen die zur Trennung von Freud führten und Adler verliess den Kreis um Freud und formte seine eigene Gruppe.
Adlers erste amerikanische Vorlesungsreise 1926/1927 erwies sich als so erfolgreich, dass er in der Neuen Welt die zukünftige Heimat der Psychologie sah und wo seine optimistische Lehre vom Menschen als soziales Wesen außerordentliche Popularität erlangte. Anfang der 1930-er Jahre war Adler einer der bekanntesten Psychologen der westlichen Welt.
Angesichts der bedrohlichen Zustände in Europa siedelte Adler 1934 in die USA über. Hier traf und beeinflusste er auch jene drei jungen Männer, die ihm später helfen sollten, die humanistische Psychologie zu begründen: Carl Rogers, Rollo May und Abraham Maslow. So wurde er zum Lehrer einer heranwachsenden Generation von jungen Wissenschaftlern.
Im Jahre 1937 starb Alfred Adler an Herzversagen während einer Vortragsreise in Aberdeen in Schottland.
Mit dem Tod ihres charismatischen Begründers ließ auch das öffentliche Interesse an der Individualpsychologie nach. Geschichtlich blieb Adlers Name mit denen von Freud und Jung verbunden – doch nur wenige erinnern sich an seinen speziellen Beitrag zur Psychologie, der mehr und mehr vom breiten psychologischen Mainstream absorbiert wurde.
Am 7. Februar 2020 jährte sich Alfred Adlers Geburtstag zum 150. Mal. In der SWR2-Sendung Wissen erschien zu diesem Anlass gleichentags der folgende Podcast (Dauer: 28 Min)

