- Psychologie für den Alltag - Advanced 2 -

Eine gute Beziehungsqualität in der Partnerschaft, der Familie und am Arbeitsplatz ermutigend fördern und leben.

- Psychologie für den Alltag - Advanced 2 -
Die Themen

- Entwicklung -
Lebensstil

Der Lebensstil ist unsere ganz persönliche Lebensphilosophie, unser Aktionsplan, die Tendenz unserer inneren und äusseren Bewegung. Der Lebensstil, das sind wir. Ablegen kann man ihn nicht, auch wenn wir ihn manchmal lieber nicht hätten. Er macht jeden Menschen zu einer einzigartigen Persönlichkeit. Wie kommt dieser Lebensstil, dieses ‚System‘ unserer inneren Führung zustande? Wie kommt es zur Entwicklung dieser inneren Orientierung? Die schöpferische Kraft ist für Alfred Adler der Faktor, der Entwicklung überhaupt erklären kann.

Wenn die Entwicklung einer Persönlichkeit weder einem angeborenen Plan folgt, noch dem Zwang von Milieueinflüssen geschuldet ist, dann muss ein anderer Faktor Entwicklung ermöglichen bzw. in Gang setzen. Mit der Schöpferischen Kraft hat Adler einen Entwicklungsfaktor gefunden und diesen zugleich in Form selbstschöpferischer Prozesse konkretisiert: Der Mensch ist Künstler und Kunstwerk zugleich.

- Selektive Wahrnehmung -
Private Logik

Was und wie ein Mensch etwas wahrnimmt und wie er es tut, führt zu dieser besonderen Einzigartigkeit. Der Mensch erarbeitet und erhält sich sein “Weltbild” mittels seiner selektiven Wahrnehmung. Seine private Logik hilft ihm, sich in der Welt zu orientieren. In jedem laufen einzigartige kognitive Prozesse (Denken) ab und so hat jeder Mensch seine eigene Art wahrzunehmen, zu fühlen und dementsprechend zu handeln.

Alfred Adler betont, dass die gefühlsmäßigen Schwierigkeiten im Erwachsenenleben fast immer auf einen fehlerhaften Lebensplan (Schlussfolgerungen von damals) zurückgeführt werden können Viele zwischenmenschliche Probleme haben mit unangemessenen, «verzerrten», einseitigen Wahrnehmungen («tendenziöse Apperzeption») bzw. Vorstellungen («Irrtümer»), Haltungen und Handlungsweisen zu tun.

Die Schwierigkeiten, die ihren Ursprung in früheren und aktuelleren Lebenserfahrungen haben, lassen sich unter günstigen Umständen in einer neuen, auf Vertrauen und gegenseitigen Achtung begründeten Beziehung mit Ermutigung und Selbstbewusstsein verändern.

- Ziele erreichen -
Mut Selbstvertrauen

Was hält uns davon ab unsere Ziele zu erreichen? Einige Menschen glauben, dass sie keine Willenstärke haben oder nicht entschlossen genug sind, um ihre Ziele zu erreichen. Andere haben Angst davor zu versagen oder es mangelt ihnen an Selbstvertrauen. Manchmal weiss man nicht was man will und es fällt einem schwer herauszufinden, was man möchte und welche Prioritäten man im Leben hat.

Jeder Mensch braucht Ziele um sich überhaupt oder sinnvoll bewegen zu können. Die meisten unserer Ziele sind aber nicht bewusste Ziele. Wir haben unbewusste Ziele in uns, die uns erfolgreich machen, wir haben aber auch unbewusste Ziele in uns, die uns zum „Versager“ machen. Bei der Arbeit an persönlichen Zielen ist es für den  Veränderungsprozess wichtig, auch an den unbewussten Einstellungen zu arbeiten.

- Wirkung-
Lebensstil-Prioritäten

Das Modell der Grundrichtung der Persönlichkeit wurde von der Psychologin Nira Kefir (Israel) auf der Grundlage der Individualpsychologie entwickelt und in Deutschland durch Theo Schoenaker weiterentwickelt. Dieses Verfahren wird zur Persönlichkeitsentwicklung im persönlichen Leben sowie auch in den Bereichen Unternehmungsberatung, Einzel- und Teamcoaching sowie zur Laufbahnberatung eingesetzt.

Es geht davon aus, dass jeder Mensch aufgrund seines Zugehörigkeitsstrebens einer der vier Möglichkeiten den Vorrang (Priorität) in seinem Leben gibt, und das Umgekehrte mit allen Mitteln zu vermeiden sucht. Anhand des Persönlichkeitsmodells der vier Prioritäten können wir zentrale Verhaltensmuster erkennen, verstehen und wertschätzen. Mit mehr Selbstvertrauen, Mut und einem stärkeren Gefühl der Zugehörigkeit werden wir den Umgang mit uns selbst und anderen Personen verbessern.  In vertrauter Gruppenatmosphäre erweitern wir unsere Möglichkeiten, durch Erfahrungen auch mal die Einstellungen und das Verhalten eines der anderen Prioritäten auszuprobieren.

- Ziele -
Handlungsmuster

Unsere Meinungen bzw. die Art wie wir denken, bestimmen unsere Gefühlslage. Unsere Gefühle sind der Antrieb für unser Handeln. Nicht die Situation oder die Tatsache bedingen unsere Reaktion sondern die Meinung, der Glaube oder die Gedanken, die wir über die Situation bzw. Tatsache haben. Meine Grundvorstellungen wie ich bin, wie andere Menschen sind, wie die Welt ist und wie ich mit Situationen des Lebens umzugehen habe, damit ich “meinen Platz habe”, bleiben im Laufe meines ganzen Lebens stabil. Mit der einfachen Dreiteilung „Denken-Fühlen-Handeln“ können wir unsere Einzigartigkeit durch die besondere Kombination dieser drei Aspekte unseres Lebensstils kennenlernen. Einfach ausgedrückt: weil ich so denke, deswegen fühle ich mich so und deswegen tue ich was ich tue.

- Beziehungen -
Kommunikation

„Die Liebe ist eine Aufgabe für zwei Menschen … eine grundlegende Garantie der Ehe und Partnerschaft, der Sinn des ehelichen Glücks, besteht in dem Gefühl, dass man wertvoll ist, dass man nicht ersetzt werden kann, dass der Partner einen braucht, dass man gut handelt, und dass man ein Kamerad und wahrer Freund ist.“ (Alfred Adler)

Sich immer besser kennenlernen wollen und mit dem Wesen des anderen vertraut zu werden ist ein wichtiger Aspekt der Liebe. Ohne diese Bereitschaft hat die Partnerschaft keinen Bestand. Die Entfremdung tritt schleichend an die Stelle der Zuneigung.

Weil wir soziale Wesen sind brauchen wir andere Menschen, wir brauchen sie auch um uns zu entwickeln. Das Gespräch ist eine der Bedingungen dazu. Wo nicht gesprochen wird, wo nicht zugehört wird, kann auch nichts Neues entstehen.

- Krisen -
Lebensbedingungen

Positive Erinnerungen an unsere Kindheit bis zum 12./13. Lebensjahr sind oft eine reichhaltige, abrufbare und hohe Qualität unseres Innenlebens. Sie geben uns Hinweise auf das, was wir im Leben auch heute noch – meist unbewusst –  für erstrebenswert halten. Sie sind eine tragende Kraft für Zufriedenheit und Glück in unserem Alltagsleben. Jeder Mensch wird bewusst oder unbewusst immer wieder danach streben, diese Teile der Persönlichkeit zu leben. Es wird ihn glücklich machen, wenn er es kann, es wird ihn unzufrieden machen, wenn er es über längere Zeit nicht kann (Krisenbedingungen).

Unsere Lebensbedingungen sind Kernwünsche, doch oft auch Erwartungen, die wir auch an andere haben, z.B. an den Partner. Darum ist es wichtig, am eigenen Selbstbewusstsein und an der Eigenständigkeit zu arbeiten und nicht den anderen verändern zu wollen. Wir geben Erwartungen und Forderungen auf und werden selbst aktiv.