Warum ist die Individualpsychologie Alfred Adlers so aktuell?

Alfred Adler (1870 – 1937), Begründer der Individualpsychologie, gehört mit seiner tiefenpsychologischen Richtung, die wie kaum eine andere auf die sozialen Probleme menschlichen Verhaltens eingeht, zu den grössten Anregern der gegenwärtigen Psychologie. Seine Darstellung der Persönlichkeitsentwicklung und die Pathologie menschlichen Verhaltens zeigt, wie lebensnah und zeitgemäss Adlers Lehren heute sind, mit ihrem Schwerpunkt der Sozialität des Menschen.

„Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben deutlich gemacht, dass der Bau und die Funktion des menschlichen Gehirns in besonderer Weise für Aufgaben optimiert sind, die wir unter den Begriff ‚psychosoziale Kompetenz‘ zusammenfassen. Unser Gehirn ist demnach weniger ein Denk- als vielmehr ein Sozialorgan.“ (Gerald Hüther, Neurobiologe, 2007)

Adler definierte Anfang des 20. Jahrhunderts den Menschen bereits als soziales Wesen, das in eine Umwelt eingebettet ist, mit der es in ständigem Austausch steht, und das von der Interaktion mit dieser Umwelt geprägt wird. So betrachtet er den Menschen als eine einzigartige, ganzheitliche Persönlichkeit, deren Handeln sozial und zielgerichtet ist und die nur in ihrem sozialen Umfeld zu verstehen ist.

Menschenkenntnis
Obwohl die meisten Menschen kein entsprechendes Studium absolviert haben, halten sich viele für kompetente Menschenkenner. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Sowohl das familiäre als auch das politische und gesellschaftliche Leben krankt an unserer eingeschränkten Menschenkenntnis. Aber so erstrebenswert Menschenkenntnis und zwischenmenschliches Verhalten auch sind, so schwierig sind sie zu erlangen. Die Psyche des Menschen verstehen steht im Zentrum des Lebenswerkes von Alfred Adler. Sein Verdienst ist es, das Verstehen wissenschaftlich lehrbar gemacht und mit der Individualpsychologie eine Lehre geschaffen zu haben, die auch Nicht-Fachleute verstehen und anwenden können.

Was die Welt heute braucht
Die Individualpsychologie unterstützt den Menschen, seine verborgenen, ungenutzten Fähigkeiten und Ressourcen zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen und genau das ist es, was die Welt heute braucht: Menschen, die sich engagieren und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen in einer Welt, die vor grossen Herausforderungen steht, Frieden und Wohlergehen für alle zu schaffen.

Adlers positives Menschenbild kommt im folgenden Zitat zum Ausdruck:

„Der Mensch ist von Natur aus nicht böse. Was auch ein Mensch an Verfehlungen begangen haben mag, verführt durch seine irrtümliche Meinung vom Leben, es braucht ihn nicht zu bedrücken; er kann sich ändern. Er ist frei, glücklich zu sein und andere zu erfreuen.“

Psychische Gesundheit
Nach Alfred Adler sind das persönliche und gemeinschaftliche Streben nach Beitragen, Gleichwertigkeit und gegenseitigem Respekt zwischen Einzelnen und Gruppen die wichtigsten Voraussetzungen für psychische Gesundheit. Basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung mit effektiven Methoden für Prävention und Behandlung von psychologischen und sozialen Problemen bietet die Individualpsychologie konkrete Schritte zur Verbesserung von menschlichen Beziehungen in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz oder in multinationalen Wechselbeziehungen.

Aktuell: „Grosse Psychologie hautnah im Café“
Unter diesem Titel erschien in den Schaffhauser Nachrichten vom Samstag, 21. Oktober 2017 ein Artikel über die Individualpsychologie Alfred Adlers und den Adlerian Café-Treff in Stein am Rhein.

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Heinz und Roswitha Göltenboth

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